Wichtige Erkenntnisse
- Edward George Seidensticker war ein bedeutender Übersetzer japanischer Literatur.
- Seine Arbeit war maßgeblich daran beteiligt, dass Yasunari Kawabata den Nobelpreis gewann.
- Er war der Ansicht, dass literarische Übersetzung ein von Natur aus unvollkommener Prozess der Entscheidungsfindung sei.
- Er widmete fünfzehn Jahre der Erstellung einer akkuraten englischen Version des klassischen Epos „Die Geschichte vom Prinzen Genji“.
- MotaWord bietet professionelle Übersetzungsdienstleistungen für literarische und technische Projekte an.
Edward George Seidensticker bleibt eine Legende auf dem Gebiet der Übersetzung japanischer Literatur. Als Gelehrter und Historiker der Nachkriegszeit machte er klassische und zeitgenössische japanische Texte einem globalen Publikum zugänglich. Gelehrte beschreiben sein Werk als elegant, weil er die spezifischen Emotionen und Nuancen der ursprünglichen Autoren eingefangen hat. Seine Karriere begann in einem unerwarteten Umfeld, bevor er zu einem der versiertesten Linguisten auf seinem Gebiet wurde.
Frühes Leben und Bildung
Edward George Seidensticker wuchs auf einer kleinen Ranch in Castle Rock, Colorado, auf. Während seiner Schulzeit verbrachte er seine Freizeit damit, die Werke von Dickens und Thackeray zu studieren. Seine Familie hoffte, er würde Wirtschaftswissenschaften studieren, um ihre finanzielle Situation zu verbessern. Stattdessen entschied er sich, sich an der University of Colorado in Boulder auf Anglistik zu konzentrieren.
Später besuchte er die Japanische Sprachschule der US-Marine an derselben Universität. Diese Ausbildung bildete die Grundlage für seine spätere Arbeit mit komplexen asiatischen Texten. Er erwarb die notwendigen Fähigkeiten, um sowohl klassische als auch moderne Formen der Sprache zu beherrschen.
Begegnung mit der japanischen Sprache
Seidensticker kam während seines Militärdienstes zum ersten Mal mit der japanischen Sprache in Berührung. Er kam mitten in einer Schlacht am Strand an und hatte mehrere Wörterbücher dabei, die ihm helfen sollten, die einheimische Sprache zu entziffern. Ursprünglich hatte er nicht vor, Dolmetscher oder professioneller Linguist zu werden. Seine Zeit in Japan weckte in ihm eine tiefe Wertschätzung für das Land und seine Bevölkerung.
Nachdem er die Zerstörungen des Krieges miterlebt hatte, beschloss er, das Militär zu verlassen. Er konzentrierte seine Energie auf japanische Literatur und akademische Arbeit. Diese Wertschätzung für die Kultur veranlasste ihn zur Zusammenarbeit mit einigen der berühmtesten Schriftsteller Japans.
Auswirkungen auf die moderne japanische Literatur
Seidensticker ist eng mit dem Werk dreier bedeutender japanischer Schriftsteller verbunden. Zu diesen Autoren gehören Yasunari Kawabata, Jun'ichiro Tanizaki und Yukio Mishima. Seine Übersetzungen von Büchern Kawabatas trugen dazu bei, dass der Autor als erster Japaner den Nobelpreis für Literatur gewann. Durch sein engagiertes Wirken erhielten auch internationale Leser Zugang zu diesen komplexen Geschichten.
Der Erfolg dieser Autoren in der englischsprachigen Welt hing stark von der Qualität der Übersetzung ab. Seidensticker sorgte dafür, dass die kulturelle Tiefe der Geschichten erhalten blieb. Sein Werk trug dazu bei, eine Brücke zwischen verschiedenen literarischen Traditionen zu schlagen.
Expertenübersetzungen
Die Philosophie eines unvollkommenen Prozesses
Seidensticker betrachtete die literarische Übersetzung als ein Unterfangen, das unmöglich ist. Er unterteilte das Konzept der perfekten Übersetzung in die unterschiedlichen Kategorien Idee und Praxis. Ein Übersetzer hat zwar eine Vorstellung von einem perfekten Ergebnis, aber er glaubte, dass dies in der Realität selten möglich sei. Er sah die Arbeit als eine Reihe von Entscheidungen zwischen verschiedenen Lösungsansätzen für ein und dasselbe Problem.
Seiner Ansicht nach wird jede Entscheidung eines Übersetzers zwangsläufig etwas auslassen. Das macht die literarische Übersetzung naturgemäß zu einem unvollkommenen Prozess. Diese Philosophie diente ihm als Leitfaden für seine Arbeit an Dutzenden komplexer Texte während seiner gesamten Karriere.
Eine Tradition akademischer Exzellenz
Er verbrachte viele Jahre in Tokio, wo er als Professor an der Sophia-Universität lehrte. Er beschrieb Tokio als eine Stadt, die durchweg interessant sei. Seine Sprachkenntnisse führten zu einer lebenslangen Karriere als Schriftsteller und Übersetzer. Im Laufe seines Lebens vollendete er mehr als 100 Titel.
Durch seine Bemühungen wurden viele bedeutende Romanautoren einem viel breiteren Publikum bekannt. Er blieb bis zu seinem Lebensende ein engagierter Gelehrter. Sein Werk beeinflusst weiterhin die Art und Weise, wie Schüler und Leser an japanische Geschichten herangehen.
Bedeutende berufliche Erfolge
Die folgende Liste hebt die Leistungen und die Zeit hervor, die Seidensticker seinem Handwerk widmete.
- Er lebte 14 Jahre lang als Übersetzer in Japan.
- Er verbrachte 15 Jahre mit der Übersetzung des klassischen Epos „Die Geschichte vom Prinzen Genji“.
- Seine Version dieses Epos ist für ihre außergewöhnliche Genauigkeit bekannt.
- Im Laufe seiner Karriere übersetzte er über 100 literarische Werke.
- Für seine Übersetzungsarbeit an einem Roman von Yasunari Kawabata wurde er mit dem National Book Award ausgezeichnet.
- Die japanische Regierung ehrte ihn mit dem Orden der Aufgehenden Sonne und dem Kikuchi-Kan-Preis.
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